Reviews zum Album "The Diary"

Review von metal.de

Da komme ich am Montagabend nichts ahnend nach Hause, um beim Feierabendtee mal kurz in die neuen Promos reinzuhören. Da kurvt doch plötzlich eine mir gänzlich unbekannte Formation aus dem beschaulichen Bad Kissingen mit dem Allerweltsnamen DEFUSE MY HATE um die Ecke und zeigt mir mit ihrem komplett in Eigenregie aufgenommenen Debüt "The Diary" mal eben, wo der Modern-Metal-Hammer des deutschen Nachwuchses zu hängen hat. Und nachdem ich gute 37 Minuten quasi sprachlos auf meinem Sessel sitze und mir das Spektakel reinziehe, muss ich das dann doch einmal aufrollen.

DEFUSE MY HATE bestehen seit 2008, haben hier und da schon Tour-Erfahrung gesammelt. Nach einer kleinen EP haben die vier Jungs beschlossen, gleich ein Album aufzunehmen. Gute Entscheidung, wie sich herausstellte. Gestartet wird ganz verhalten mit dem Intro, bevor mit "The Diary" dann ein waschechter Melo-Death-Kracher losprescht. Doppelläufige Riffs, schnelle Drums und ein wütender Schreihals spielen ihr Ding runter, als wären Sie schon zwanzig Jahre im Geschäft, aber mit einer offensichtlichen Freude und Lust am Spiel, wie man Sie in letzter Zeit bei vielen alten Hasen vermisst. Zeit zum Verschnaufen gibt es keine, "Machine Of Hate" bläst mit einem Shotgun-Intro zum Angriff, und gerade als ich denke, ich durchschaue die Song-Strukturen, taucht ein Wahnsinnssolo in bester JUDAS PRIEST-Manier auf und lässt keine Zweifel daran, dass die Herren ihre Instrumente mehr als gut beherrschen. Was die Band über die gesamte Spielzeit hinweg aber interessant macht, ist ihre unglaubliche Wandlungsfähigkeit: Man kann anscheinend nach Belieben zwischen Core-Nummern à la "Over The Edge", bösen Death Metal-Tracks wie "Fight" oder einfach gestrickten, aber mit Hammer-Refrain versehenen Titeln wie "Eyes Of Fire" springen und dabei trotzdem nie die eigene Linie verlieren. Immer wieder sind es die Feinheiten wie die ausgezeichneten Soli, die gezielt eingesetzten und ohrwurmtauglichen cleanen Refrains sowie der Verzicht auf unnötige Breakdowns oder elektronische Spielereien, die das ganze Album so hörenswert machen.

Drei Punkte bis zur Perfektion fehlen deshalb, weil sich der Sänger in den cleanen Momenten hier und da mal eine Unsicherheit und "Kermit der Frosch"-ähnliches Gequake leistet, was aber auf Grund der Seltenheit dieser störenden Faktoren dem Gesamteindruck keinen großen Abbruch tut. Löblich hingegen ist der für eine Eigenproduktion durchgehend klare und druckvolle Sound. Es gehört auf jeden Fall einiges dazu, ein 10-Track-Album, vom Cover bis zur Aufnahme in Eigenarbeit auf die Beine zu stellen und sich das nicht mal groß anmerken zu lassen. Ich hoffe, dass ein Label in Zukunft auf die Jungs aufmerksam wird, dann wird man sicherlich noch einiges hören.

7/10 Punkten

Review von LEGACY (Ausgabe 01/2012)

Die Franken von DEFUSE MY HATE bieten eine recht breite Palette an, die von modernem Death über Thrash, Hardcore und Rock bis hin zu Power Metal reicht.

Dies umfasst die obligatorischen Wechsel zwischen Screams und Growls, welche man eigentlich nicht mehr hören kann, ohne sofort Ausschlag zu bekommen, genauso wie standardmäßigen Clean-Gesang.

Dennoch schaffen es DEFUSE MY HATE diese maximal ausgeschöpften Stilmittel noch weitestgehend effizient zu verarbeiten. So kann man sich dem Charme des Titelsongs oder dem Nachfolger 'Machine Of Hate' nur schwerlich entziehen. Wenn die Franken es allerdings zu melodisch angehen wie in 'Over The Edge', wird es wieder schwierig. Besser kommt da ein groovendes Monster wie ´Fight´, mit dem man sicherlich für Moshpit-Hysterie sorgen kann. ´4 Seasons´ offenbart das mitunter schwächste Glied in der Kette von DEFUSE MY HATE: Hier dominiert der recht schwache cleane Gesang, gedoppelt mit Growls aus dem Hintergrund, die  einen belanglosen Refrain zelebrieren. Von diesem fragwürdigen Kaliber gibt es glücklicherweise nur wenig auf "The Diary".

Mit dem erwähnten Titeltrack, ´Machine of Hate´, ´Fight´, ´Trivial Words´ und dem mächtig drückenden ´Bleed´ haben die Jungs echte Knaller ind der Hinterhand.

9 Punkte

Review von metal4franken.de

DEFUSE MY HATE, die vier Jungs aus Schweinfurt legen mit “The Diary” ihre inzwischen 2. Veröffentlichung in Form eines kompletten Albums vor.

Es handelt sich hierbei wie auch beim Vorgänger “Out of the Ashes” um eine Eigenproduktion.

Nach dem ersten Hördurchlauf stellt man aber schnell fest, dass diese in Punkto Sound und spielerischem Können den sogenannten “großen” Acts in nahezu nichts nachtsteht.

DEFUSE MY HATE präsentieren mit den 11 Songs und einer Spielzeit von 38 Minuten modernen Metal in seiner Reinstform und machen dabei keine Gefangenen.

Growls, melodische Vocals, groovige Mosh- parts, schnelle Attacken, Gitarrensolis! Und immer straight nach vorne! Eben alles was das Metallerherz begehrt!

Nach einem kurzen Intro gehts gleich los dem Titelsong. Von da an gehts im amtlichen Tempo durch. Mit “Fight” mischt sich dann auch eine amtliche Midtempo- Dampfwalze unter die ansonsten recht zügigen Songs. Balladen gibts keine, feddich!

Wer mit Bands wie KILLSWITCH ENGAGE, IN FLAMES oder etwa BULLET FOR MY VALENTINE was anfangen kann, der sollte sich schnell in seinem CD Regal einen Platz freiräumen für “The Diary”!

Unterm Strich eine Scheibe, die Energie und Abwechslungen bietet und Bock macht auf Autobahn, Fenster runter und maximum volume!

Weiter so Jungs!!!

Review von LadyMetal.com

Dieses Mal liegt eine Scheibe einer jungen aufstrebenden Band vor mir. DEFUSE MY HATE existieren, in dieser Konstellation, bereits seit vier Jahren. Mehr und mehr begeistern sie ihre Fans mit ihrer Mischung aus Metalcore mit Einflüssen aus Thrash und Death. 

Aus der musikalischen Sicht ist die Scheibe, für eine Eigenproduktion, sehr sauber produziert und lässt auf der technischen Seite keine Wünsche offen. Beleuchtet man dann mal einige Songs näher, so werden auch die verschiedenen Genres erkennbar - wie bei "Fight", der richtig ins Gehör geht. Beim nächsten Song "4 Seasons" zeigt sich Clearvocalist Lukas wieder von seiner besten Seite. Und so wird man beim Album schnell bemerken, wie facettenreich DEFUSE MY HATE sein können. Mit dem Song "Eyes of Fire" schlagen sie dann wieder in die Thrash-Richtung rein um zu beweisen, dass sie ihre Genrebezeichnung nicht nur zur Zierde hingeschrieben haben. Sie meistern auch diese Hürde mit Bravour.

Wie die fleißigen Reviewleser unter euch ja vielleicht wissen, bin ich eigentlich kein Fan von Metalcore, aber die vier Jungs von DEFUSE MY HATE haben mich definitiv überzeugt.

Fazit: Definitiv eine Band mit großem Potenzial, das sie auch nutzen. Sie haben, trotz ihrer relativ jungen Bandgeschichte, bereits ihren Weg gefunden und ich hoffe, sie gehen ihn zu Ende. Ich persönlich bin auf weitere Releases von ihnen gespannt und bin überzeugt das es bei ihnen nicht nur beim Underground bleibt, sondern ins richtige Musikgeschäft geht.

Review von necroweb.de

Vielleicht erinnert ihr euch an die Demo "Out Of The Ashes" der Bad Kissinger Melodic Death Metal-Formation Defuse My Hate, in deren Review ich bereits auf das Debütalbum "The Diary" hingewiesen habe. Um dieses soll es hier gehen und um es gleich vorweg zu nehmen: Das qualitativ hohe Niveau der Demo wird damit auch weitestgehend gehalten.

Ruhig, düster und bedrohlich gestalten sich die ersten Takte des Albums. Das Intro der Platte erzeugt - hauptsächlich getragen von Klavier und Cello - schon mal sehr viel Spannung und macht mächtig Laune auf mehr. Lustigerweise ist dies der ruhigste Track des Werkes, denn im weiteren Verlauf wird gut 38 Minuten lang eine Prügelorgie veranstaltet, dass es eine wahre Freude ist. Ich habe selten - das heißt, eigentlich nie - eine derartige Hochgeschwindigkeitsattacke von einem Album gehört.

Schon der Titeltrack trägt sehr zur Lockerung der Nackenmuskulatur bei. "The Diary" ist hierbei ein Song, der zwar komplett ohne Klargesang auskommt, aber dennoch ordentlich eingängig ist. Das liegt daran, dass die Band trotz der recht hohen Geschwindigkeit dennoch in der Lage ist, tolle Melodien einzustreuen.
Sogar Gitarrensoli, wie etwa in dem schlicht genialen Nackenbrecher "Trivial Words" und das wunderschöne Intro von "Eyes Of Fire" zeigen, dass die Jungs wirklich ihr Handwerk verstehen und ihr Debüt mehr ist, als nur eine reine Bolzorgie.

In "Over The Edge" zeigen die Bad Kissinger aber auch, dass sie den Spieß durchaus mal umdrehen und ihr Gewicht ebenfalls auf den Klargesang legen können. Kraftvoll und dynamisch präsentiert sich Sänger Lukas, die gelegentlich eingestreuten Growls von Schreihals Christian tun ihr Übriges. Tolle Nummer!

Leider ging dieses Experiment bei "4 Seasons" ziemlich nach hinten los. Hier weiß der Gesang leider nicht zu gefallen, denn wenn Christian und Lukas gleichzeitig singen, hört sich das ziemlich gruselig an. Der Kontrast zwischen den tiefen Growls Christians und der hohen Singstimme Lukas' ist einfach zu groß, um gut miteinander harmonieren zu können. Gott sei Dank ist dieses Stück dann auch der einzige Ausfall auf dieser CD.

Richtig genial wird das Album mit den letzten Titeln. Auf das ruhige Intro von "Eyes Of Fire", das neben dem Intro des Albums fast die einzige Verschnaufpause darstellt, bin ich ja schon zu sprechen gekommen. Sehr interessant ist zudem das Intro zu "Time To Cry", das so klingt, als käme es aus einem Uraltradio, bei dem erst mal die richtige Frequenz eingestellt werden muss, damit die Band so richtig losbrettern kann. Dies zeigt, dass Defuse My Hate sich einerseits wirklich auf Experimente einlassen, um ihren eigenen Sound zu definieren, andererseits aber auch, dass sie sich selbst mit einem gewissen Augenzwinkern betrachten. Schön, wenn eine noch so junge Band mit geringem Bekanntheitsgrad so unverkrampft aufspielt, als wären sie schon ewig im Geschäft.

Leider ist, wie bereits erwähnt, das Album nach nur knapp 38 Minuten auch schon zu Ende. Fassen wir die wenigen Kritikpunkte noch einmal zusammen: Kurze Spielzeit, auch mal den Fuß vom Gaspedal nehmen, Christian und Lukas möglichst nicht zusammen singen lassen. Das ist für ein Debütalbum fast schon überraschend wenig zu bemängeln. Ich hoffe weiterhin, dass wir von dieser Band noch viel hören werden.

8,5/10 Punkten

Review von metal-impressions.de

Mit ihrer EP “Out Of The Ashes” deuteten die Jungs aus Unterfranken bereits einiges an Potential an. Untermauert von ihrem Video zu „Rise“ durfte man auf den ersten Longplayer gespannt sein, der mit seinem Markenzeichen Rock´n Growl im Player zu glänzen weiß.

Mit ihre musikalischen Tagebuch verarbeiten sie persönliche Erlebnisse, aber auch alltägliche Themen, die uns jeden Tag begegnen. Das hört und spürt man bereits während des ersten Durchlaufs sehr deutlich, denn hier gibt es eine konsequente Marschrichtung: straight und groovig! Gleich zu Beginn wird man durch den Titelsong durchgepeitscht, der gerade langjährigen Metalfans die Freudentränen in die Augen treiben dürfte. Während des Songs vermischen sich treibendes Drumming mit ohrwurmartigen Gesangslinien, um danach von einem Gitarrensolo abgelöst zu werden, das bereits in den 90er Jahren einigen Schwedentodbands zu Glanz und Glorie verholfen hat. Es ist gerade das Feingefühl, das diese Platte zu einem Juwel macht, denn hier geben sich moderner Hardcore und eingefleischte old school Elemente die Klinke in die Hand, ohne dabei etwas an Eigenständigkeit einzubüßen.

Eine sehr erdige Platte ist den Jungs da gelungen, mit extrem geilen Groove Attacken und eingängigen Songs. Die Dynamiklatte wird während der gesamten Spielzeit von knapp 38 Minuten konstant hoch gehalten, der Gesang variiert sich durch ganze 10 Songs (Intro ist instrumental), nimmt den Hörer sofort in Beschlag und lässt ihn kaum mehr los. Man hört den Jungs die ganze Zeit an, dass sie mit Leib und Seele bei der Sache sind. Nach dem ersten Durchlauf hat man eine derartig große Abwechslung hinter sich dass manchmal auch die Frage aufkommt, wo die Kombo eigentlich mit ihrem Sound hin möchte. Nach weiteren Durchläufen erübrigt sich diese Frage jedoch, denn der Hörer darf sich hier über einen gekonnten Spagat zwischen modernem Metalsound und old school Hammer freuen.

Eigenproduktion, 11 Songs und Video zum Song „Rise“ runden den Erstling ab. Die Beschreibung „Rock´n Growl“ trifft hier voll ins Schwarze und vor allem live dürften DEFUSE MY HATE ordentlich die Mähnen zum kreise bringen. Eine hungrige Band stellt aus eigener Kraft ein amtliches Album auf die Beine, lässt sich aber auch noch Platz für die Entwicklung nach oben.

Fazit: Wer die Entwicklung von Bands wie IN FLAMES mitverfolgt hat wird „The Diary“ anhören, welche Zukunft den Jungs noch bevorsteht. Tradition und Innovation ballern hier Songs aus den Boxen die neugierig darauf machen, wie die Jungs sich als live Macht präsentieren werden. Authentisch und mit Herzblut eingespielt, die Platte macht Lust auf mehr.

4,5/6 Punkten

Review von metalunderground.at

Defuse My Hate mischten seit 2008 die Undergroundszene auf und wie sie das Machen. Da muss man den einleitenden Worten auf der Page und den anderen Internetpräsenzen der Band einfach Recht geben. Sie mischen und wie, auch mit dem neuesten Unding „The Diary“ haben sich die Bad Kissinger Burschen selbst übertroffen. Obwohl man alles in Eigenregie ins Rollen gebracht hat, klingt der Härtebolzen sehr professionell aufgemacht. Die treibende, shakige Rhythmik ist genau für all jene, welche immer schon gerne im Moshpit um gewerkt haben. Genau nach diesem Reinheitsgebot wurden die Kraftbolzen eingespielt und dabei wird viel schweißtreibende Rhythmik zum Besten gegeben, welcher man sehr gerne folgt und das auch in den heimischen vier Wänden. Stilistisch sind die Burschen etwas schwerer einzustufen, denn ihr Material beinhaltet nicht nur Death und Thrash Allüren der moderneren Art, nein auch locker aufnehmbar klingende Clear Passagen des Modern Metal, mit klitzekleinen Alternative Einschlägen sind dabei. Somit gut und reichhaltig opulent zubereitetes Mahl. Es verwundert mich bei solch einer Professionalität schon immer wieder, warum solche Truppen nicht schon längst unter Vertrag genommen worden sind. Gut, sicher, Geld regiert die Welt, aber das kann doch in unserer Szene nicht alles sein. Die musikalischen Qualitäten müssen doch auch stimmen, zumindest tun sie es bei Defuse My Hate. Bahnbrechende Peitschenartige Rhythmen prasseln hier im Dauerfeuer auf uns hernieder und werden gekonnt immer wieder mit idyllischer wirkenden Breaks unterwandert bzw. abgelöst. Mag jetzt nicht unbedingt „NEU“ klingen, allerdings versetzt uns das Franken Kommando eben mit ihrer Art der Musik einen Schlag der eben sehr erfrischend wirkt und selbstredend das daraus resultierende Nachbeben ungemein spritzig anhält und das mit einer längerfristigen Wirkung. Besonders gelungen finde ich die Fusion aus Dominante, tiefergestimmte Gitarren und der daraus resultierenden Groove Rhythmik und den Melodielinien, welche sehr charmant etwas besänftigender klingen. Doch dies wäre ja noch nicht alles, nein auch die oftmals sehr dunkel erscheinenden Passagen fließen gut ein und werden durch leichtere Doom Breaks sehr gut verstärkt. Somit gibt es hier viel für den Plattenteller, wobei die Deutschen Knallköppe es verstehen wie man all die Klangfacetten unter Dach und Fach bringt. Somit kann hier auf der einen Seite herzhaft geshaked und gebangt werden, wo man auf der anderen Seite wieder mit Fäuste reckenden Thematiken unterhalten und animiert wird. Somit steigert man sich selbst und den Hörer in einen Spielrausch, vor dem es kein Entrinnen gibt. Solche Wechselwirkungen sind immer etwas progressiver, werden aber von den Jungs sehr locker umgesetzt, sodass man es hier nicht etwas mit einer zu technischen Fraktion zu tun hat. Doch auch die zu lockere, straighte Art scheint den Jungs zu wieder zu sein und so gibt es einfach ein gutes Mittelmaß das man hochwertig aufpoliert hat.

Fazit: Superber Happen, welcher Death, Thrash und Corler genauso überzeugen wird, wie auch den Power Metal Freak, welcher es an und ab etwas härter braucht. Für meinen Teil zum Abschluss des Jahres ein Hammerwerk das so schnell nicht aus dem Player kommen wird.

Review von metalmessage.de

Erstaunlich kompetent und rhythmisch überaus versiert lassen diese vier Unterfranken die Melodic Death Thrash Metal-Sau ekstatisch umher tanzen, dass die Hufe nur so knacken. Jederzeit zu spüren: Der seit 2008 aktive Vierer um die beiden Gitarristen und Shouter Christian „Chrissi” Wehner und Lukas hat sich dem Songmaterial dieses Debütalbums eindeutig mit Leib und Seele verschrieben. Defuse My Hate lassen ihren härtehungrigen Trieben hier nämlich hemmungslos freien Lauf. Die bisweilen dual gefahrenen Vokal-Attacken dieser beiden echten Maniacs können zumeist überzeugen, denn die zwei hängen sich voll rein. Lyrisiert werden auf dem nicht selten mächtig groovenden Knallteller dabei brisante Themen, welche direkt aus dem wütenden Bauch heraus kommen. Auf den breiten Schrei- und Brüll-Ebenen von Chrissi gibt es auch relativ wenig daran auszusetzen, lediglich die Klargesänge von Lukas verzetteln sich zuweilen noch in viel zu schief wirkende Tonlagen. Auf instrumentellem Terrain wirkt auf „The Diary“ jedoch alles wie aus einem Guss: Zumeist geradezu tyrannisch couragierte Riff-Attacken parieren mühelos die wuchtigen und wirbelnden Drum-Parts und lassen trotz mannigfaltiger moderner Core-Anleihen im Sound von Defuse My Hate den wahren Spirit dieser Stilrichtung wieder mal so richtig aufblühen.

Die stolz proklamierte entschlossene und enthusiastische Attitüde des kompositorisch sehr findigen Quartetts macht einem erneut unweigerlich bewusst, dass gerade aus solcherlei Motiven heraus die überzeugendsten und besten Veröffentlichungen entstehen. Die elf enthaltenen Songs mitsamt dem Bonus-Videoclip „Rise“ entfalten ihre Wirkung am besten in der ständigen Variation aus nach vorne schnellenden Fragmenten und langsameren, hin und wieder gar schleppenden Parts. Unwiderlegbare Parallelen zu älteren skandinavischen Melodic Death Metal-Meistern können auf „The Diary“ nicht abgesprochen werden. Doch die vier Akteure machen den alten nordischen Krachkommandos keinerlei Schande. Ergiebiger kreativer Fanatismus für griffige Melodiken und sich Bahn brechende Spielfreude verhelfen dieser Platte, auf welcher zuweilen weit rankende traditionelle Wurzeln in tödlich metallische Passionen metamorphosiert werden, zu einiger Relevanz.

Defuse My Hate gaben sich größte Mühe mit dem vorliegenden Teil und verdienen vollste Anerkennung. Hier stimmt ganz einfach die Einstellung der Beteiligten. Die aufrichtige trendfreie Leidenschaft an ihrer Mucke macht mir diese redlich aufspielende Bad Kissinger Truppe neben der überraschend hohen Qualität der Musik an sich daher enorm sympathisch.

 

Reviews zur Demo CD "Out of the Ashes"

Review von Negroweb.de

Warum denn auf der Suche nach guter Musik in die Ferne schweifen, wenn sie so nahe ist?
Defuse My Hate, eine Band aus Bad Kissingen, sagt eigentlich nur demjenigen etwas, der im nördlichen Teil Bayerns beheimatet ist (so wie ich) oder der Musik kennt, die so unbekannt ist, dass man sie nicht mal mehr mit 'Underground' bezeichnen kann. Schade eigentlich, denn die vier Jungs, die demnächst ihr Debütalbum "The Diary" veröffentlichen werden, haben mächtig was auf dem Kasten, wie die erste EP "Out Of The Ashes" beweist.

Mit "Rise" geht es schon gleich mal mächtig los. Ein eingängiges Riff, gefolgt von einem gebrüllten "Get up and rise!" - von der ersten Sekunde an macht dieser Titel mächtig Laune. Kein Wunder, dass dazu bereits ein Video gedreht wurde. Der Schwerpunkt liegt noch auf dem Klargesang von Sänger Lukas. Dieser klingt einerseits recht rau, andererseits aber auch ein bisschen wie ein Punksänger. Auf jeden Fall ein absolut gelungener Opener.

Mit dem Titeltrack werden ganz andere Töne angeschlagen. Nun liegt der Schwerpunkt mehr auf den Growls... Moment, das sind gar keine Growls! Was sich Schreihals Christian nun abkeift, könnte gut und gerne als Black Metal durchgehen, wäre nicht die wie bei jedem Track vorhandene melodiöse Instrumentierung. Außerdem beweisen die Jungs, dass sie zudem einen ordentlichen Breakdown hervorzimmern können. Auch hier bleibt nichts anderes zu sagen als: Ganz großes Kino.

"Drowning" und "Mortal Sense" sind dann beide doch recht ähnlich, wobei "Drowning" eine Spur melodiöser ist. An dieser Stelle klingt Christian etwas freundlicher und harmoniert in den Refrains wunderbar mit Lukas. So und nicht anders sollte zeitgemäßer Melodic Death Metal klingen.

Highlight des Albums ist aber auf jeden Fall der längste Track "Needing To Find". Und ich finde es diesbezüglich nicht übertrieben, zwei für mich großartige Lieder von zwei Metalcoregrößen heranzuziehen:
Zum einen The Sorrow "Crossing Jordan" und zum anderen "Worlds Apart" der Emil Bulls. Erneut liegt der Schwerpunkt auf dem Klargesang Lukas', der unglaublich emotional klingt und wieder einmal gut mit den gegrowlten Parts von Christian harmoniert. Und ähnlich wie bei "Crossing Jordan" gibt es zusätzlich einen völlig überraschenden ruhigen Part. Gänsehaut pur, das gelingt nicht jeder derart unbekannten Band.

Ein solch starkes erstes Lebenszeichen hat heutzutage fast schon Seltenheitswert. Wer auf guten, handgemachten Melodic Death Metal steht, ist hiermit bestens bedient. Ich bin jedenfalls gespannt, was das erste 'richtige' Album zu bieten hat und halte für diese EP schon mal beide Daumen weit nach oben."

Review von Metalbelieve.blogspot.com

Defuse My Hate is a young band from Germany. And for me, they were among the best newcomers of 2010. What surprised me is the fact that they're are still "unsigned", though their music is waaaay better than bands with a "name". This demo includes five tracks, largely structured on the same recipe: riff + growl + very clean melodic vocals. But, ironically, I'm not bored at all, primarily because of the very catchy riffs, and then because the growls really add value to the sound, not just like in the myriad of "screamo" bands . Pretty hard to categorize the guys, I think somewhere between melodeath and Nu-metal is more than accurate.
The production is very good, taking into account that this is a self-produced disc!
A very interesting band, which will certainly remain in your memory. At least the sensational song "Drowning" - the indubitable hit of the demo.
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Favorite songs: all of them (what the hell, there are only 5 tracks!)
Rating: 9

Review von heavyhardes.de:

Defuse... kennt ihr wahrscheinlich noch nicht, denn es handelt sich um eine Nachwuchsband aus dem unterfränkischen Bad Kissingen. Selbst dieser Ort dürfte den meisten im Prä-Seniorenalter noch recht wenig sagen. Der Rezensent dagegen hat dort das Licht der Welt erblickt und freut sich umso mehr, mal wieder etwas aus der alten Heimat zu hören. Unter dem Namen Out Of The Ashes haben Defuse in Eigenregie in ihrem Proberaum fünf Stücke eingeholzt. Und ich muss zugeben, Verpackung wie auch Soundgewand machen absolut nicht den Eindruck eines Proberaum-Demos. Der versprochene Rock'n'Growl kommt als eine Mischung aus groovigem Death-Metal und poppig-melodiösem Metalcore aus den Boxen, die bei den Gruntphasen an Arch Enemy und während der Refrains an Green Day erinnert.

Überzeugen können Defuse dabei besonders auf der Songwriting- und Vokalschiene. Die Truppe beweist, dass man, wenn man gute Songs schreiben kann - und das können sie - mit simplen, eingängigen, dafür aber auf modern getrimmten Riffs sehr wohl überzeugen kann. Hilfreich ist dabei natürlich, wenn man das Ganze dann noch so präzise aufs Silber bringt, wie es Defuse hier vorgemacht haben. Sehr positiv überrascht bin ich von der Leistung des (oder der?) Sänger(s). Die Grunts sind kraftvoll und knackig und die cleane Stimme bringt die melodischen Refrains sauber rüber, so dass es wirklich Spaß macht, den Franken zuzuhören. Überhaupt sind die Mitsingrefrains vorzüglich gelungen; da hat jemand Gespür für Melodien, die auch mal im Kopf hängen bleiben. Auf der Negativseite fallen mir vor allem mehrere verzichtbare Dauer-Triolen-Gitarrensolos auf und auch der Herr an den Drums dürfte meiner Meinung nach dynamischer und unterhaltsamer zu Werke gehen.

Das sollte aber niemanden davon abhalten, sich mit den Jungs von Defuse mal genauer zu beschäftigen, denn insgesamt überwiegen die positiven Aspekte bei Weitem. Wobei ich dummerweise nicht weiß, wie man an die CD überhaupt rankommt. Laut Homepage ist das Teil zwar released, aber (bis jetzt) noch nicht direkt bestellbar. Zum Glück gibt's ja noch MySpace. Oder besucht direkt mal ein Defuse-Konzert, was mit Sicherheit keine schlechte Idee ist, denn das Material dürfte live gewaltig rocken.

Review von lunatic-magazin.com:

Verfolgt man die Geschichte der Band Defuse aufmerksam zurück so reicht diese bis ins Gründungsjahr 1995. Bis Anfang des Jahres 2008 gab es allerdings einige Lineup-Wechsel, Stilwandlungen und Namensänderungen. Deshalb möchte ich nun erst Anfang 2008 beginnen. Das sich durchsetzende Lineup besteht aus:

Christian – Vocals / Guitar, Lukas – Vocals / Guitar, Georg – Bass, Oliver – Drums / Backvocals

Seit dem 28.06.09 spielt sich eine neue Namensänderung in die Bandgeschichte hinein. Von der gleichnamigen Finnischen Band (bei Sony/BMG unter Vertrag) aufgefordert, wurde aus Defuse „Defuse my Hate“. Eher ein kleiner Rückschlag, den die 4 Franken gelassen hinnehmen und als Ansporn sehen nun nur noch mehr die Bude zu rocken.

Das Album „Out of the Ashes“ wurde in Eigenregie im Probenraum aufgenommen, gemixt und gemastert. Allerdings erscheint das Album in einem dermaßen fetten Gewand das man den Probenraum und die Eigenregie kaum heraus hört.

Schon der erste Track „Rise“ überzeugt durch eine Kombination aus sauber gesungenen Clear Vocals, Shouts und kräftigen Growls. Musikalisch bezeichnen sich Defuse my Hate selber als „Rock`n Growl“ was sich als Metal Core mit starkem Death Metal Einflüssen präsentiert. Mit eingängigen Melodien schaffen es die Franken schnell einen Punkt zu erreichen, an dem man sich das Werk gerne in kompletter Länge zu Gemüte führen will. Ein wenig Wehmut macht sich breit, wenn man am Ende der mit 5 Tracks echt gelungen Demo angelangt ist. Der dritte Track „ Drownig“ erinnert zumindest in den Clear Parts ein wenig an „Bullet for my Valentine“, schafft es allerdings durch eine weitaus härtere Grundline und Massenuntauglichere Growls bei mir auf weit aus mehr Sympathie zu stoßen als Bullet for my Vallentine.

Schlussendlich bin ich der Meinung man sollte die 4 Nachwuchs Musiker im Auge behalten und freue mich auf ein komplettes Album das sicherlich nicht nur Fans des Metalcores gefallen wird.

Ich vergebe 8 von 10 Möglichen Punkten.

Review von lordsofmetal.nl:

These guys have paid a lot attention to the first impression; the package is very well taken care of, certainly for a demo. The inlay and booklet including pictures and lyrics are a job well done, and the info sheet just contains the necessary information, without the over the top quotes. The same goes for the material on the CD; skilled musicians playing well arranged songs, and a well balanced production.

Sometimes you might discover a bit too much gritty rhythm guitar in combination with the melodic second guitar line, or cymbals and hi-hat that are (probably on purpose) on the background in the mix. The vocals are combined very well by fierce grunting (sometimes you might think the singer is almost really throwing up while spitting his lyrics) and harmonic lines. Anyway, these German guys have presented a nice demo, and if I would have been very much into this kind of music, I would have been curious about their first full-length album.